Da der Bauherr mit der bereits bewilligten Einreichplanung nicht zufrieden war, wurden wir mit der Umplanung des Dachgeschossausbaus im bestehenden Umriss beauftragt.
Das ausgebaute Dach ist mit weniger als 4m Raumhöhe im First und einem ca. 1m hohen Kniestock relativ niedrig. Obwohl sich daraus rechnerisch eine verglichene Raumhöhe von 2,50m ergibt, ist der Dachraum bei unveränderter Konfiguration nur begrenzt nutzbar. Aus diesem Grund haben wir vorgeschlagen, die Dachschräge strassenseitig mit zurückgesetzten Vertikalverglasungen und Dachfensterbändern aufzureissen. Die Dachfensterbänder schaffen als Schrägverglasungen in der Ebene der Dachhaut Kopffreiheit in den strassenseitigen Zimmern. Die öffenbaren Vertikalverglasungen in Wohn- und Esszimmer bewirken eine optische Raumerweiterung, die in der warmen Jahreszeit durch die vorgelagerten Terrassen zu einer faktischen Raumerweiterung wird. Um den Wohnraum nach oben zu erweitern und eine Verbindung zur Dachterrasse im Obergeschoss zu schaffen, schlagen wir vor, das Dach in diesem Bereich bei gleicher Neigung hofseitig bis zur maximal zulässigen Firsthöhe zu verlängern. So entsteht Platz für einen Aufgang zur Dachterrasse und für einen Wintergarten im Obergeschoss. Ein hofseitiger Glasvorbau schafft zusätzlichen Raum im Obergeschoss und ermöglicht den seitlichen Zugang auf die eigene Dachterrasse.
Die Vorstatik hat im wesentlichen eine Verstärkung des bestehenden Dachstuhls und die Ausbildung der obersten Geschossdecke als Brettstapeldecke vorgesehen. Dem halten wir entgegen, dass eine Brettstapeldecke in der Höhe zu viel Raum kostet, und dass die bestehenden Gesperre zu wenig Gestaltungsspielraum lassen. Aus unserer Sicht ist es notwendig, die Gesperre durch Stahlträgerrahmen zu ersetzen und die Sparren im Bereich der Terrassen und Dachflächenfenster mit Stahlträgern auszuwechseln.
Ähnliches gilt auch für die Bauphysik: Die meisten in der Einreichung vorgesehenen Wand- und Deckenaufbauten entsprechen nicht unseren Vorstellungen und wären in dieser Form nach unserem Entwurf nur schwer zu realisieren. Nach Durchsicht der bauphysikalischen Berechnung vermuten wir, dass einige Aufbauten zu schlank sind und schöngerechnet wurden. Aus unserer Sicht wäre es ratsam, nicht zuletzt unter dem Aspekt steigender Energiepreise, beim Thema Wärmeschutz einen höheren Aufwand zu treiben. Besonderes Augenmerk verdient vor allem in Hinblick auf die grossen Glasflächen der Schutz vor sommerlicher Überhitzung durch die Dimensionierung der speicherwirksamen Massen und die Konzeption einer aussenliegenden Beschattung. Nicht zuletzt wird die Wahl des Glases und die Art der Verglasung ein Thema für den Bauphysiker sein.
Wir haben eine Gasetagenheizung in Form einer Kombitherme mit integriertem Warmwasserspeicher vorgeschlagen. Weiters haben wir geraten, auf konventionelle Heizkörper so weit wie möglich zu verzichten und sattdessen in den Aufenthaltsräumen eine Wandheizung und in den Sanitärräumen eine Fussbodenheizung vorzusehen. Die Leitungsführung kann im Boden erfolgen, die Heizleitungen selbst könnten in die Kaminwände eingeputzt bzw. in den Sanitärräumen in den Estrich eingelegt sein. Die übrige Sanitär und Elektroinstallation könnte zum Grossteil in einer 20 cm starken Installationsebene über der Verbunddecke geführt werden, ebenso wie die Rohrleitungen für die Dachentwässerung.





